Ibbenbürener Volkszeitung, von Wilm Froese

 

 

 

Stefan Müller stellt im „Mephisto“ aus

 

 

Kunst im Café

 

-wf- Mettingen. Kunst ist in der Kneipe, über Kaffeetischen und Billardkugeln, sicher nicht schlechter aufgehoben als im Museum, und viel besser als in der Privatsammlung. Das „Mephisto“ an der Westerkappelner Straße beschreitet da keinesfalls neue Wege, wenn es bis zum 15. Februar Gemälde des Ibbenbüreners Stefan Müller ausstellt.

 

Da führen die meisten der 20 Bilder des Malers und Grafikers keineswegs ein Schattendasein im Zigarettennebel oder neben den grellen Lichtern der Spielautomaten. Und es sind nicht unbedingt jene Bilder, die mit kräftigen Farben und heftigen Pinselstrichen Landschaften und Gegenstände suggerieren, die den Blick auch auf sich lenken.
Ein monochromer Adlerkopf und ein weiß aus schwarzem Grund hervorscheinendes Gesicht sind vielleicht die Werke, die am deutlichsten Gedächtnis bleiben.

 

Wie viele Künstler, die von Natur aus Zeichner sind, ist Stefan Müller jedoch anscheinend fasziniert von der Farbe. Obwohl er den Airbrush, dem er sogar ein Bild widmet, benutzt, beherrscht nicht der kontur- und eigenschaftslose Farbauftrag die Bilder, sondern die persönliche Handschrift mit dem Pinsel, die auch manche Zufälligkeiten in Kauf nimmt, er schreckt auch in den „wilden“ Bildern nicht vor den Un-farben Schwarz und Weiß zurück, die  er behandelt, wie die meist rein verwandten Spektrumfarben.

 

In Zeichen und Symbolen gleichberechtigt neben gegenständlicher Gestaltung bringt Müller seine Bildwelt ein, die er von überall bezieht, aus der sichtbaren Welt, aus der Literatur und der Kunst oder aus dem Spiel der Phantasie. Dabei macht er keinen Unterschied zwischen dem real existierenden Bergmann und etwa dem Comic-Prinzen Einsenherz. Beide sind gleich stofflich oder gleich optische Täuschung.

 

Auch die Berglandschaft, über die der Regemacher wie eine Figur von Tolkien schwebt, ist nicht mehr Idylle als die Stadtlandschaft mit Autos und Lichtreklame. Es gibt keinen Horror hier und kein Utopia da. So entfalten die Gemälde von Stefan Müller vielleicht sogar in der wirklichen, aber nicht alltäglichen Welt einer Gaststätte mehr von ihrer Wirkung, als in der Sterilität eines Museums.